Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Chemnitz e. V.

Schüler warten weiter auf Radweg

ADFC fordert Geld für Radweg an der S 106 bei Dreistern

Seit drei Jahren ist der Radweg östlich von Dreistern genehmigt, doch gebaut ist er noch immer nicht. Der Stillstand beim geplanten Radweg an der S 106 östlich von Bautzen stößt deshalb auf die Kritik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Bereits im Juni 2023 hatte die Landesdirektion Sachsen den Bau des straßenbegleitenden Geh- und Radwegs genehmigt. Drei Jahre später warten die Menschen vor Ort noch immer auf den Baubeginn. Der geplante Radweg schließt eine wichtige Lücke zwischen bestehenden Radverbindungen entlang der S 100 im Norden und der S 111 im Süden. Besonders bedeutsam ist die Verbindung für Schüler aus den Ortsteilen Bloaschütz, Niederuhna, Oberuhna und Bolbritz, die mit dem Rad nach Bautzen zur Schule fahren.

„Der Radweg an der S 106 wird dringend gebraucht. Für viele Kinder und Jugendliche aus den Ortsteilen westlich von Bautzen ist das der Schulweg. Wer will, dass Schüler sicher und selbstständig zur Schule kommen, darf diesen Radweg nicht weiter auf die lange Bank schieben“, sagt Ina Wehner, Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe Bautzen.

Aus Sicht des ADFC zeigt der Fall Dreistern exemplarisch ein sachsenweites Problem: Viele Radwege an Staatsstraßen sind fertig geplant oder stehen kurz vor dem Abschluss jahrelanger Planungen; doch weil im Landeshaushalt das Geld fehlt, steht der Baubeginn in den Sternen. „Ein Planfeststellungsbeschluss ohne Bagger ist wie ein Fahrrad ohne Kette: Es sieht nach Fortschritt aus, kommt aber nicht voran. Die Landtagsabgeordneten müssen jetzt dafür sorgen, dass im Staatshaushalt genügend Geld für den Radweg an der S 106 bereitstehen“, fordert Janek Mücksch, Vorsitzender des ADFC Sachsen.

Besonders pikant: Als damalige Präsidentin der Landesdirektion Sachsen hatte die heutige sächsische Infrastrukturministerin Regina Kraushaar den Radweg 2023 ausdrücklich begrüßt. In der damaligen Medieninformation hob sie besonders den Nutzen für die Sicherheit der Schüler hervor. Im aktuellen Haushaltsentwurf hat sie dagegen die Mittel für Radwege an Staatsstraßen zwischen 2024 und 2028 um rund 95% gekürzt. „Die Menschen vor Ort warten nicht auf neue Ankündigungen, sie wollen Taten sehen. Wer Radwege erst ankündigt und dann stoppt, verspielt fahrlässig das Vertrauen der Bürger“, erklärt Mücksch.

Der ADFC Sachsen fordert deshalb die Abgeordneten des Sächsischen Landtags auf, in den Haushaltsberatungen klare Prioritäten zu setzen: Baureife Radwege an Staatsstraßen müssen endlich finanziert und gebaut werden. Wenn anschließend der Bau ausbleibt, frustriert das Bürger und ist auch aus Sicht der Steuerzahler kein verantwortungsvoller Umgang mit bereits eingesetztem öffentlichen Steuergeld.

Hintergrund

Die Landesdirektion Sachsen hatte den Radweg an der S 106 östlich von Dreistern mit einem Planfeststellungsbeschluss am 26. Juni 2023 genehmigt. Der geplante Radweg soll auf einer Länge von 1,236 Kilometern an der Ostseite der S 106 entstehen und als gemeinsamer Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr geführt werden. Er schließt eine wichtige Lücke zwischen bestehenden Radverbindungen entlang der S 100 im Norden und der S 111 im Süden. Besonders wichtig ist die Verbindung für Schüler aus den Ortsteilen Bloaschütz, Niederuhna, Oberuhna und Bolbritz, die nach Bautzen zur Schule fahren.


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