Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Chemnitz e. V.

Trampelpfad neben einer Staatsstraße

Fehlender Radweg an der S 159 in der Sächsischen Schweiz © Konrad Krause / ADFC

ADFC: Radweg an der S 109 bleibt ohne Finanzierung ein leeres Versprechen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen begrüßt den Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion Sachsen für den Radweg entlang der Staatsstraße S 109 zwischen Doberschütz und der B 156 im Landkreis Bautzen.

Der Beschluss schafft Baurecht für einen etwa 1,8 km langen Abschnitt im sächsischen Radverkehrsnetz. Janek Mücksch, Vorsitzender des ADFC Sachsen sagt: „Der Planfeststellungsbeschluss ist ein wichtiger Schritt und gerade in Zeiten steigender Ölpreise eine gute Nachricht.“ Gleichzeitig weist Mücksch darauf hin, dass bereits für mehr als 30 Radweg-Kilometer in Sachsen Baurecht besteht, die Bagger aber wegen fehlender Mittel nicht rollen. „Für die Menschen vor Ort zählt, ob gebaut wird. Beim Radweg an der S 109 droht eine jahrelange Hängepartie, wenn der Landtag nicht für eine Finanzierung im Landeshaushalt sorgt“, sagt der ADFC-Vorsitzende. 

Der geplante Abschnitt entlang der S 109 ist aus Sicht des ADFC von hoher Bedeutung für die Verkehrssicherheit. Denn obwohl an der schnurgeraden Staatsstraße der Radweg fehlt, sind Tempo 100 erlaubt - ein unnötiges Risiko für ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Alltagsradler, Pendelnde und Besucher der Talsperre Bautzen sind gezwungen, sich den Verkehrsraum mit dem schnellen Autoverkehr zu teilen.

„Wer heute dort mit dem Rad unterwegs ist, geht ein reales Risiko ein. Es ist nicht akzeptabel, dass sichere Infrastruktur über Jahre auf sich warten lässt“, betont Janek Mücksch.

Der ADFC betont, dass mit der Genehmigung des Radwegs allein ist noch kein Meter Radweg gebaut ist. Es drohnen nun nach dem Planfeststellungsbeschluss jahrelange Verzögerungen, wenn der Landtag die notwendigen Gelder nicht bereitstellt.

Kürzungen des Freistaats bleiben zentrales Problem

„Ohne gesicherte Finanzierung bleibt der Radweg an der S 109 nur ein Projekt auf dem Papier“, so Mücksch. „Ich sehe die Landtagsabgeordneten aus der Region hier in der Pflicht, sich für eine ausreichende Finanzierung im Landeshaushalt einzusetzen. Damit der Radweg an der S 109 in den nächsten Jahren gebaut werden kann, muss der Landtag die Finanzierung sichern." Im letzten Jahr haben CDU, SPD, Grüne und Linke die Mittel für Radwege um über 70% gekürzt, für den nächsten Doppelhaushalt befürchtet der ADFC ähnlich harte Kürzungen. „Sollen die Wahlversprechen der Parteien für sichere Radwege nicht nur leere Phrasen bleiben, so müssen sie im nächsten Haushalt ausreichend Gelder einplanen.“

Lückenloses Netz statt Einzelmaßnahmen

Darüber hinaus mahnt der ADFC an, den Radweg an der S 109 in ein übergeordnetes Netzkonzept einzubetten. Einzelne Abschnitte reichen nicht aus, um den Radverkehr attraktiv und sicher zu machen. Entscheidend sei ein durchgängiges, alltagstaugliches Netz, das Orte zuverlässig miteinander verbindet.

„Wir brauchen endlich ein zusammenhängendes Radverkehrsnetz statt Stückwerk. Der Abschnitt an der S 109 kann ein wichtiger Baustein sein. Für einen durchgehenden Radweg an der Staatsstraße freuen wir uns auf weitere Lückenschlüsse in Richtung Guttau“, erklärt Janek Mücksch abschließend.


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